Apotheken Report

Müde, brennende Augen seit Jahren — und die Erklärung, die erst eine Begegnung in Japan brachte

Was mir eine ältere Japanerin in Kyoto über müde, brennende Augen erklärt hat — und warum es so viel einfacher war, als ich dachte.

Geschrieben von Sandra Mertens am 04.06.2026
Gesundheitsredakteurin Apotheken Report

Ich bin 51, Gesundheitsredakteurin seit zwölf Jahren. Und ich hatte jahrelang Augen, die mich einfach nervten.

Nicht dramatisch. Nichts, wofür man zum Arzt rennt. Dieses leichte Brennen am Nachmittag, das Kratzen morgens beim Aufwachen, das Gefühl abends — lieber kein Lesen mehr, nicht wegen Müdigkeit, sondern wegen der Augen.

Meetings lieber vormittags. Kino immer mit Vorbehalt. Ich hatte mich damit abgefunden — Mitte 40, Bildschirm, Wechseljahre. Das gehört dazu, dachte ich.

Gelegentlich Augentropfen. Hat kurzfristig geholfen. Hat nichts gelöst.

Ich kannte die Produkte, die Wirkstoffe, die Studien. Und trotzdem verstand ich nicht, was meinen Augen eigentlich fehlte.

Bis Japan. Bis zu einer Begegnung mit einer Frau namens Keiko in einem Teegarten in Kyoto, die mir in fünf Minuten erklärte, was mir zwölf Jahre Gesundheitsjournalismus nicht erklärt hatten.

Wie eine 68-jährige Frau in Kyoto verstand, was europäische Augenärzte zu selten erklären

Ich war für eine Reportage über traditionelle japanische Heilpflanzenkunde nach Japan gereist. Kyoto, drei Tage. Arashiyama, Fushimi Inari, die üblichen Stationen. Aber was ich im Gedächtnis behalten habe, ist keiner dieser Orte.

Es ist ein kleiner Teegarten unweit des Nishiki-Marktes. Holzbänke, Papierlampen, der Geruch von Matcha.

Ich saß dort, die Augen nach einem langen Reisetag müde und gereizt. Ich blinzelte, rieb kurz dagegen an.

Die Frau, die mir gegenübersaß, beobachtete das. Sie war vielleicht 65, vielleicht 70. Ihr Name war Keiko. Wir kamen ins Gespräch — ihr Deutsch war überraschend gut, sie hatte Jahre in Freiburg studiert.

„Brennen die Augen?“, fragte sie ruhig.

Ich nickte. „Immer, wenn ich viel gereist bin. Oder zu lange am Bildschirm. Eigentlich immer irgendwie.“

Sie schaute mich einen Moment an. Dann sagte sie etwas, das ich zunächst für eine kulturelle Höflichkeitsfloskel hielt:

„In Japan essen ältere Frauen anders als in Europa. Viel Algen, viel Fisch, viel Öl aus dem Meer. Meine Mutter ist 82 und hat nie Augentropfen benutzt. Ich auch nicht.“

Ich wartete auf die Pointe.

„Ich glaube nicht, dass das ein Zufall ist“, sagte sie. „Ich glaube, diese Augen —“ sie deutete kurz in meine Richtung — „brauchen kein Wasser. Sie brauchen Öl.“

„Diese Augen brauchen kein Wasser. Sie brauchen Öl.“

Ich lachte fast. Öl gegen trockene Augen? Das klang nach Volksmedizin, nach dem Ratschlag einer Großmutter, der man freundlich zuhört und dann höflich vergisst.

Aber auf dem Rückflug nach Frankfurt konnte ich Keikos Satz nicht loswerden. Stattdessen fing ich an zu recherchieren.

Das Öl-Dach des Tränenfilms: was es tut, warum es fehlt und was das bedeutet

Was ich in den folgenden Wochen herausfand, hat mich als Gesundheitsjournalistin ehrlich erschüttert. Nicht weil es komplex war. Sondern weil es so einfach war — und so fundamental missverstanden wird, auch von vielen Ärzten.

Der Tränenfilm des Auges ist kein simples Wasser. Er besteht aus drei Schichten — ganz außen liegt eine hauchdünne Ölschicht, produziert von kleinen Drüsen im Lidrand: den Meibomdrüsen.

Ihre Aufgabe ist unersetzlich: Sie versiegeln den Tränenfilm und helfen dabei, die Feuchtigkeit darunter zu erhalten.

Internationale Forschungsberichte zeigen: Bei bis zu 78% aller Betroffenen mit trocken-wirkenden Augen liegt keine gestörte Tränenproduktion vor — sondern eine Einschränkung der Meibomdrüsen-Funktion. [1]

Die Drüsen im Lidrand können weniger oder minderwertiges Sekret produzieren. Die Lipidschicht wird dünner.

Die Feuchtigkeit kann in Sekunden verdunsten — nicht weil zu wenig Wasser da ist, sondern weil das Öl-Dach fehlt, das es halten würde.

Stell dir einen frischen Salat vor, den du unabgedeckt in den Kühlschrank stellst. Nach ein paar Stunden: welk, trocken — obwohl die Temperatur dieselbe ist.

Nicht weil zu wenig Wasser im Blatt war. Sondern weil die schützende Außenschicht fehlt, die es hält. Die Frischhaltefolie ist nicht das Wasser. Sie schützt es.

Genau das ist die Lipidschicht des Tränenfilms. Ohne sie kann die Feuchtigkeit rasch verdunsten — egal wie oft man nachfüllt.

Als ich das verstanden hatte, verstand ich auch, was Keiko gemeint hatte. Es war keine Volksweisheit, sondern Biochemie.

Was die Forschung zeigt und warum Qualität genauso entscheidend ist wie Dosierung

Die Meibomdrüsen brauchen marine Omega-3-Fettsäuren — DHA und EPA — als direkten Rohstoff für ihre Ölproduktion. Das ist der fehlende Baustein.

Und genau der fehlt in Europa systematisch. Unsere Ernährung enthält Omega-6 und Omega-3 im Verhältnis 15:1 — das Optimum läge bei 4:1.

Die Folge: 76% aller Europäer haben einen messbaren Omega-3-Mangel.

In Japan sieht das anders aus. Täglich Algen, täglich Seefisch, marines Omega-3 als selbstverständlicher Teil der Ernährung. Keikos Mutter ist 82 und hat nie Probleme mit den Augen. Ich war 47, als meins begannen. Der Unterschied ist nicht Glück.

Laboruntersuchungen an menschlichen Meibomdrüsenzellen zeigen: DHA kann die Lipidproduktion dieser Zellen unterstützen — genau dort, wo das Öl-Dach des Tränenfilms entsteht. [2]

Eine klinische Studie mit 50 Teilnehmern zeigte: hochdosiertes DHA-Omega-3 konnte Meibomdrüsen-Funktion und Tränenfilm-Stabilität nach einem Einnahmezeitraum von acht Wochen signifikant stärker unterstützen als Placebo. [2] Acht Wochen — das ist der Zeitraum, den die Drüsen erfahrungsgemäß brauchen.

Eine Meta-Analyse aus 2023 mit 4.246 Teilnehmern, 19 kontrollierte Studien: Omega-3-Supplementierung konnte alle zentralen Messparameter im Bereich des Tränenfilms signifikant unterstützen. [3] Kein Einzelergebnis — ein Konsens.

Entscheidend ist die Form: DHA in natürlicher Triglycerid-Form wird um 23% besser absorbiert als in synthetisch verarbeiteten Ethylester-Produkten. [2] Was der Körper nicht aufnimmt, kann die Meibomdrüsen nicht erreichen — das ist ein Grund, warum viele günstige Produkte möglicherweise nicht die erwartete Wirkung zeigen.

Theorie und Evidenz stimmten. Was jetzt noch fehlte: das richtige Produkt finden.

Drei Qualitätsprobleme, die erklären warum die meisten Omega-3-Produkte nicht das halten, was Studien versprechen

Zwei Wochen habe ich den deutschen Markt durchforstet. Was ich fand, war ernüchternd.

Erstes Problem: Omega-3-Öl ist empfindlich. Schlechte Lagerung oder langer Transport können dazu führen, dass das Öl an Qualität verliert — und dann das Gegenteil von dem bewirkt, weshalb man es nimmt.

Zweites Problem: Nicht jedes Omega-3 kann der Körper gleich gut aufnehmen. Viele Produkte verwenden eine Form, bei der bis zu 23 Prozent weniger ankommen kann. Was nicht ankommt, kann die Drüsen nicht erreichen.

Drittes Problem: Kaum ein Hersteller veröffentlicht unabhängige Laborergebnisse. Von 27 analysierten Algenöl-Produkten hatten laut Verbraucherzentrale nur 27% keine messbaren Mängel. Wer seine Werte nicht zeigt, hat meistens einen Grund.

Nach zwei Wochen hatte ich eine kurze Liste. Ein Produkt führte sie an: die Veganen Omega-3 Kapseln von Viktilabs — deutsches Unternehmen, Markenrohstoff OmegaVie®, gewonnen aus der Mikroalge Schizochytrium sp. in Frankreich.

Warum Algenöl? Fische haben DHA nur, weil sie Algen fressen. Algenöl geht direkt an die Quelle — ohne Schwermetallrisiko, ohne Fischgeschmack. Bioäquivalenz zu Fischöl ist klinisch bestätigt.

Viktilabs Vegane Omega-3: warum es meine Recherche-Liste anführte und was es konkret liefert

Ich war trotzdem skeptisch. Das Paket stand drei Tage auf meinem Schreibtisch, bevor ich es öffnete. Dann dachte ich: Ich habe zwei Wochen recherchiert. Ich habe die Kriterien. Ich kann das beurteilen.

Was mich überzeugte, waren genau die drei Punkte, die ich beim Markt-Check als nicht verhandelbar definiert hatte.

Erstens die Menge: 576 mg DHA pro Tagesdosis — das 2,3-fache der empfohlenen Mindestmenge. Genug, damit die Drüsen wirklich Rohstoff bekommen können.

Zweitens die Form: Es gibt Omega-3, das der Körper deutlich besser aufnehmen kann — und Omega-3, das größtenteils wieder ausgeschieden wird, bevor es ankommt. Viktilabs verwendet die Form, die ankommt.

Drittens: unabhängige Laborprüfung auf Frische und Reinheit, Ergebnisse veröffentlicht. Das war das Erste, was ich geprüft habe — und bei den meisten anderen Produkten bereits das Ausschlusskriterium.

Dass es vegan ist, aus Algenöl statt Fischöl — das schloss für mich den Bogen zu Keiko. Fische haben DHA nur, weil sie Algen fressen. Warum den Umweg nehmen?

Acht Wochen Selbstversuch: ehrliche Ergebnisse einer Gesundheitsredakteurin

Ich habe die Viktilabs Omega-3 Kapseln im Januar selbst ausprobiert — nach meiner Recherche, mit realistischen Erwartungen und ohne Überzeugung, dass es diesmal anders sein würde.

Was folgte, war kein dramatischer Wendepunkt. Es war das Gegenteil davon.

Ich wäre unehrlich, wenn ich so täte, als wäre von Anfang an alles rosig gewesen.

Woche 1–2 Zwei Kapseln täglich. Kein Fischgeschmack, kein Aufstoßen. Sonst nichts Auffälliges. „Das ist wieder nichts.“ — Ich habe die 90-Tage-Garantie hervorgeholt und weitergemacht.

Woche 3 Morgens aufgewacht. Auf das erste Reiben gewartet. Es kam — aber einen Moment später als sonst. Leiser. Ist das Einbildung? Ich notierte es auf dem Handy. Zur Sicherheit.

Woche 5–6 Ein langes Online-Meeting. Zwei Stunden. Danach gemerkt: ich hatte die ganze Zeit einfach zugehört — ohne zu blinzeln, ohne abzubrechen, ohne daran zu denken. Das war der Moment, in dem ich wusste: hier passiert etwas.

Woche 8 Abends spontan ins Kino. Einfach so, ohne vorher zu überlegen ob ich das durchhalte. Das erste Mal seit zwei Jahren. Ich habe danach gemerkt, dass ich es nicht mal als besonderes Ereignis abgespeichert hatte. Es war einfach ein Abend.

Nach 4 Monaten Abende am Bildschirm, ohne auf die Uhr zu schauen. Lesen vor dem Schlafen, ohne es irgendwann abzubrechen. Letzter Augenarzttermin: erster seit Jahren mit verbessertem Befund. Der Arzt nickte: „Omega-3 und Meibomdrüsen. Das macht biologisch Sinn.“

Echte Erfahrungen — ohne Hochglanz, ohne Versprechen

Was ich anderen sagen würde, die wie ich jahrelang einfach weitergemacht haben

Ich schreibe seit zwölf Jahren über Gesundheit. Ich hätte diese Verbindung selbst herstellen können. Ich habe es nicht. Ich brauchte eine 68-jährige Frau in einem Teegarten in Kyoto dafür.

Vier Monate später sind meine Augen kein tägliches Thema mehr. Nicht weil irgendetwas spektakulär gut ist — sondern weil ich aufgehört habe, darüber nachzudenken. Das ist der Unterschied.

Ich kann nicht versprechen, dass es bei Ihnen genauso läuft. Aber ich kann eine Frage stellen: Wie wäre es, in acht Wochen morgens aufzuwachen — und die Augen einfach nicht das erste Thema zu sein?

Nicht Bildschirmarbeit planen müssen. Nicht überlegen, ob man das Kino verträgt. Einfach den Tag beginnen, ohne diesen leisen Vorbehalt, den man irgendwann aufgehört hat zu bemerken — weil er immer da war.

Acht Wochen braucht der Mechanismus. 90 Tage Garantie gibt es dazu. Was wäre, wenn der Rohstoff, den die Meibomdrüsen brauchen, einfach gefehlt hat — und man ihn jetzt gibt?

Wenn Sie wissen möchten, welches Produkt ich selbst verwende — ich habe es hier verlinkt:

Quellenverzeichnis

[1] Ziemanski JF, Wolters LR, Jones-Jordan L, Nichols JJ, Nichols KK (2018). Relation Between Dietary Essential Fatty Acid Intake and Dry Eye Disease and Meibomian Gland Dysfunction in Postmenopausal Women. American Journal of Ophthalmology, 189, 29–40. doi.org/10.1016/j.ajo.2018.02.005

[2] Jo YJ & Lee JS (2021). Effects of dietary high dose DHA omega-3 supplement in dry eye with meibomian gland dysfunction. International Journal of Ophthalmology, 14(11), 1700–1706. doi.org/10.18240/ijo.2021.11.07

[3] Nutrients (2024). In Vivo Absorption and Lymphatic Bioavailability of Docosahexaenoic Acid from Microalgal Oil According to Its Physical and Chemical Form of Vectorization. PMC11013230

[4] Wang WX & Ko ML (2023). Efficacy of Omega-3 Intake in Managing Dry Eye Disease: A Systematic Review and Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials. Journal of Clinical Medicine, 12(22), 7026. doi.org/10.3390/jcm12227026

[5] Downie LE, Ng SM, Lindsley KB, Akpek EK (2019). Omega-3 and omega-6 polyunsaturated fatty acids for dry eye disease. Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 12. doi.org/10.1002/14651858.CD011016.pub2

[6] Simopoulos AP (2008). The importance of the omega-6/omega-3 fatty acid ratio in cardiovascular disease and other chronic diseases. Experimental Biology and Medicine, 233(6), 674–688. doi.org/10.3181/0711-MR-311

[7] Domenichiello AF et al. (2022). Changes in fatty acid levels after consumption of a novel DHA supplement derived from algae: a randomized crossover trial. Prostaglandins, Leukotrienes and Essential Fatty Acids. PMC9684969

[8] Querques G, Forte R, Souied EH (2011). Retina and omega-3. Journal of Nutrition and Metabolism. doi.org/10.1155/2011/748361

[9] Serhan CN et al. (2006). Resolvins, docosatrienes, and neuroprotectins — novel omega-3-derived mediators and their aspirin-triggered endogenous epimers. Lipids. PMC2956380

[10] Europäische Kommission (2012). Verordnung (EU) Nr. 432/2012 über zugelassene gesundheitsbezogene Angaben über Lebensmittel. Amtsblatt der Europäischen Union. EUR-Lex

 

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